Was ist Kieselgur oder Diatomeenerde?

Kieselgur oder Diatomeenerde bestehen aus gemahlenen Schalen fossiler Kieselalgen. Kieselalgen sind kleine Einzeller, die im Wasser leben. Um Kieselgur daraus zu gewinnen, nutzt man nur die versteinerten Hüllen von Kieselalgen. Diese sind auf dem Meeresgrund zu finden. Im Laufe der Jahre zersetzen sie sich, und es bleibt nur deren Schale übrig, die aus Siliziumdioxid besteht. Diese Schale wird zermahlen und ergibt ein feines weißes bis gräuliches Pulver. die Kieselgur, Diatomeenerde, Bergmehl oder Gesteinsmehl genannt werden.

Anwendung gegen Parasiten

Kieselgur wird als Pulver oder vermischt mit Wasser in einer Lösung eingesetzt. Als Pulver wird Kieselgur in Legenestern von Hühnern und anderem Geflügel, aber auch im Haus ausgebracht, um Parasiten zu bekämpfen. Wichtig ist es hierbei, auf eine gleichmäßige Bestäubung der Flächen zu achten.

Kieselgur kann auch vorbeugend eingesetzt werden. Beispielsweise in Käfigen, Ställen oder auf Schlafplätzen von Tieren. In Käfigen wird die Kieselgur mit dem Einstreu vermischt. In Hühnerställen sollte es ähnlich geschehen.

Bei einer Anwendung im Garten wird Kieselgur mit Wasser gemischt. Das Ideale Mischungsverhältnis liegt bei einem Teil Kieselgur auf sechs Teile Wasser. Kieselgur wirkt dabei nicht nur gegen Flöhe, Läuse, Milben und Zecken, sondern auch gegen Insekten wie Käfer, Ameisen, Ohrenkneifer, Silberfische und Schnecken.

Vorsorgliche Anwendung bei Tieren

Vorsorglich wird Kieselgur vor allem in Geflügel-Ställen, in Kleintier-Käfigen und an Schlafplätzen von Haustieren eingesetzt. Das Pulver wird hier gleichmäßig ausgebracht. Sind bereits Tiere durch Hautparasiten befallen, wird Kieselgur auf die Haut, das Fell oder das Gefieder aufgetragen. Insbesondere gegen die Rote Vogelmilbe wird Kieselgur bei Geflügel angewendet. Um diese zu bekämpfen werden neben den Tieren selbst auch der Stall und die Nester mit Kieselgur bestreut. Aber auch bei Hunden, Pferden und Kühen kommt Kieselgur zur Anwendung, wenn diese mit Parasiten befallen sind.

Zudem hat Kieselgur  wachstumsfördernde Eigenschaften, stabilisiert die Knochen wirkt einer Bindegewebsschwäche entgegen und stärkt die Bänder. Sie wird daher insbesondere bei größeren Nutztieren wie Pferden und Kühen angewand. Aber auch auf Narben wird Kieselgur für eine bessere Heilung aufgetragen.

Wie ist Kieselgur bei Tieren anzuwenden?

Das kommt auf das Tier und die Art der Anwendung an. Gegen Parasiten auf Haut, Fell und Gefieder wirkt Kieselgur nur als Pulver. In diesem Fall setzt man die Kieselgur im Mischverhältnis 1 zu 1 mit Sand an. Anschließend wird dieses Gemisch aus Sand und Kieselgur dann flächendeckend auf das Fell und/oder das Gefieder aufgetragen.

Die Kieselgur muss möglichst lange einwirken. Eine zeitliche Vorgabe gibt es nicht. Es wird empfohlen, die Kieselgur einfach auf dem Fell oder Gefieder zu lassen, bis die Kieselgur von alleine verschwindet.

Alle Schlafplätze, Nester, Einstreu und der Stall ist flächendeckend mit purer Kieselgur zu bestreuen, sodass überall ein gleichmäßiger, heller Belag sichtbar wird. Nur dann ist gewährleistet, dass alle Parasiten, die sich im Stall befinden, absterben. Im Hühnerställen ist insbesondere auf die Ritzen im Holz zu achten und die Unterseiten der Sitzstangen.

Das äußerliche Auftragen ist daher außer im Falle eines Ungeziefer-Befalls hauptsächlich zur Behandlung von Narben geeignet. Die Kieselgur macht die Haut weich und sorgt so bei dauerhaftem Auftragen für eine bessere Vernarbung.